Rückblick 2 Jahre 10in2

Vor knapp 2 Jahren habe ich mit 10in2 begonnen (siehe http://www.wozulaufschuhe.at/nicht-zunehmen/10in2/ ).

Nachdem dieser Blog ja dazu dient, Langzeiterfahrungen zu berichten (und mir als Nachlese), habe ich vor einem Jahr meinen Jahresrückblick auf 12 Monate 10in2 gebloggt: http://www.wozulaufschuhe.at/rueckblick-auf-1-jahr-10in2/

Die harten Fakten:

Gestartet mit 99,1 kg, nach 12 Monaten 88 kg

Wie schaut es nun nach 24 Monaten aus ?

10in2 wurde zu einem ganz normalen Lebensstil.

Wie in den Posts beschrieben, habe ich meinen 10in2 Stil gefunden:

  • Statt nur jeden 2. Tag etwas zu Essen, esse ich nur am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag – also ein 4in2
  • Ich lasse GEPLANTE Ausnahmen zu (z.b. ein geplantes Business Abendessen an den Nullern, Frühstück und Mittagessen an diesem Tag wird aber trotzdem ausgelassen)
  • In Urlauben pausiere ich auch

Diese Lebensform ist mittlerweile für mich sehr einfach geworden und auch für meine Umwelt leicht zu ertragen. Die Familie stört es nicht mehr, das ich an den Nullern nicht mehr mitesse, ich koche aber trotzdem immer wieder an den Nullern für alle Essen (und ja, natürlich schmecke ich das Essen ab oder koste eine Nudel, ob sie schon durch ist)

Die Nachteile und Nebenwirkungen an den Nuller-Tagen wie extreme Müdigkeit, Kältegefühl und Kopfweh sind verschwunden – naja, kalt ist mir an den Nullern doch mehr als an den Esstagen – lässt sich aber mit einem Pulli gut aushalten.

Und ich habe für mich festgestellt, das NICHTS essen an den Null-Tagen für mich wesentlich einfacher ist, als mich beim Essen zurück zu halten.

 

Wie schaut es heute mit dem Gewicht aus ?

Die eigentlich spannende Frage, oder ?

Die einfach aber doch nicht so einfach zu beantworten ist.

Die harten Fakten sind: ich stehe heute bei 95 kg.

D.h. trotz 3 Nicht-Ess Tagen 5 kg zugenommen.

 

Ist das Programm für mich damit keine Niederlage ? Kein Fehlschlag ?

Nein, im Gegenteil. Wie regelmäßige Blogleser gemerkt haben, war 2015 für mich nicht unbedingt das Jahr, in dem meine körperliche Fitness, meine Läufe und mein strukturiertes Training in der Wertigkeit ganz oben gestanden ist.

 

Der Hintergrund ist leicht erklärt:

Jeder Mensch hat ein bestimmtes Zeit- bzw. Aufmerksamkeitsbudget – sagen wir von 100

Das ist nicht unbedingt mit 24 Stunden pro Tag gleichzusetzen – zumindest nicht bei mir, eher mit den Dingen für die ich Kraft habe, mir Zeit nehme, auf die ich meine Konzentration legen kann.

In den letzten Jahren habe ich einen großen Teil dieses Budgets dafür verwendet, meinen Körper kennen zu lernen, ihn zu fordern, mit dem Körper zu arbeiten.

Und egal ob es um bewusste Ernährung, körperliche Fitness, strukturiertes Lauftraining oder auch um Abnehmen zw. nicht zunehmen geht – diese Dinge fordern alle Zeit und vor allem Aufmerksamkeit.

2015 habe ich aus verschiedenen Gründen dieses Aufmerksamkeitsbudget bzw. das Zeitbudget für diese Dinge nicht gehabt, weil mir andere Dinge wichtiger waren.

 

Ich wähle sehr bewusst diese Formulierung – ich vertrage nichts schlechter als Menschen, die mir erklären, warum sie aus den und den Gründen leider keine Zeit hatten für xxx.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich

Jeder ist der Herr/die Frau  seines Zeit/Aufmerksamkeitsbudgets und jeder ist verantwortlich, wofür er dieses verwendet. Arbeit, Familie oder was auch immer als AUSREDE herzunehmen, warum man nicht zum Trainieren, Sporteln, Abnehmen oder so kommt, ist sehr passiv und einfach.

Wenn es mir wichtig ist, mache ich es. Wenn andere Dinge mir – warum auch immer – wichtiger sind, mache ich es nicht. Punkt.

 

D.h. (viel) weniger Laufen, vor allem viel weniger strukturiertes Lauftraining

viel weniger sonstiger Sport

und sehr oft (Ess)Tage, an denen ich regelrecht gefressen habe, Schocki in mich reingefuttert habe, mich für Belastungen mit Essen belohnt habe.

Bewusst, mit dem Wissen, das es für gewisse Ziele meines Lebens nicht optimal ist. Aber auch mit dem Wissen, das ich das jetzt brauche, weil anderes wichtiger ist.

Und mit dem Wissen, das das Zeit/Aufmerksamkeitsbudget ein begrenztes ist und nicht alles im Leben gleichzeitig  geht.

 

Daher kein Fehlschlag

 

Diese Phasen meines Lebens kenne ich aus früheren Zeiten – das ist die Phase, in der normalerweise mein Gewicht binnen 6 Monaten um mindestens 10-15 Kilo hinaufschnalzt.

Diesmal sind es knappe 5 kg – damit kann ich leben.

 

Fazit

Nach fast 10 jähriger Suche nach einer Diät, einer Ernährungsform, einem Lebensstil, der mir hilft, nicht mehr zuzunehmen, habe ich für mich mit 10in2 den passenden gefunden.

Eine Lebensform, die sich problemlos in den Alltag integrieren lässt

Eine Lebensform, bei der ich nie das Gefühl habe, auf etwas verzichten zu müssen oder mich zurückhalten müsste

Eine Lebensform, die das Gewicht schrumpfen lässt, wenn ich Zeit und Aufmerksamkeit für meinen Körper habe

Eine Lebensform, die das Gewicht nur sehr mäßig ansteigen lässt, wenn meine Aufmerksamkeit woanders liegt.

 

Zum Schluss: Achtung !

10in2 ist KEINE DIÄT !

Natürlich werdet ihr abnehmen, wenn ihr jetzt – als Neujahrsvorsatz – 2,3 oder vielleicht sogar 6 Monate nur jeden zweiten Tag etwas esst.

Aber – das ist garantiert – ihr werdet spätestens in einem Jahr wieder dort sein, wo ihr vor dem Beginn von 10in2 wart – wenn ihr damit aufhört.

10in2 ist eine Lebensform, ist etwas, das man den Rest seines Lebens macht.

Mit all den GEPLANTEN Ausnahmen, die wichtig sind, um den Spaß nicht zu verlieren.

 

Ich kanns jedem nur empfehlen !

Veröffentlicht in Ernährung

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