10in2

Veröffentlicht am Christian Decker Keine Kommentare ↓

10in2 ist eine Lebensweise, die Bernhard Ludwig – der Kabarettist – erst so richtig bekannt gemacht hat.

Das Prinzip ist ein watschen-einfaches:

Einen Tag ganz normal essen,
einen Tag gar nichts essen.

Ja, gar nichts. Also nichts. Nein, auch kein Frühstück. Und kein Mittagessen. Und kein Abendessen. Und dazwischen nix. Trinken ? Gute Frage. Ja. Wasser. Und Kaffee – ohne Milch, ohne Zucker. Und Tee – ohne Milch und ohne Zucker. Und am Abend ein Achterl Rotwein – wer will (aber ohne Milch und Zucker)..

Das wars.

Ich habe 10in2 schon vor Jahren kennengelernt und damals für mich beschlossen, das das nichts für mich ist.

Einen Tag nichts essen ? Geht gar nicht.

Ohne Frühstück in den Tag starten ? Sicher nicht.

Essen ist für mich mehr als Nahrungsaufnahme, der soziale Aspekt ist für mich sehr wichtig – vom Business-Abendessen bis zum gemeinsamen Familienessen. Und dann jeden zweiten Tag nichts ? Unmöglich.

Nach dem “Fehlschlag” von Kilocoach musste ich aber feststellen, dass das “Aufpassen” bei mir nicht langfristig funktioniert. Es funktioniert, wenn ich mich darauf “konzentriere” und Zeit habe, wenn andere Dinge (Beruf, Familie,…) wichtiger werden bzw. wenig Zeit für Sport bleibt, geht das Gewicht wieder unbarmherzig rauf.

Also habe ich in den Weihnachtsfeiertagen 2013 begonnen, mich mit 10in2 intensiv zu beschäftigen. Und habe am 6. Jänner damit begonnen – allerdings mit ein paar Modifikationen, die für mich wichtig waren:

  • Statt 10in2 mache ich 43
    (Kleiner Geek-Hinweis: Mo, Mi und Fr nix essen heißt: 0101011 ergibt 43 ;) )
    D.h. 3 Tage pro Woche kein Essen (Montag, Mittwoch, Freitag), 4 Tage die Woche Essen.
    Damit habe ich 2 Tage pro Woche für Business-Essen und das Wochenende für Familienessen und um mit meiner Frau auszugehen. Es hat sich auch gezeigt, dass die Umwelt damit gut zurechtkommt – mittlerweile wissen schon viele meiner Freunde, wann ich esse und wann nicht – sogar die Bedienung in der Cafeteria wusste schon, dass ich Mo, MI und Fr nur einen großen schwarzen Kaffee statt dem Melange will
  • Kaffee in der Früh mit Milch
    3 Monate habe ich ernsthaft versucht, mich an den schwarzen Filterkaffee in der Früh zu gewöhnen. Nach 3 Monaten habe ich dann für mich beschlossen, dass das bisserl Milch in der Früh im Kaffee das Projekt nicht zum Scheitern bringen wird. Die echten 10in2er sehen das gar nicht gern – wichtig ist die 36 stündige Fastenphase ohne jegliche Kalorienzufuhr. Ich kann damit leben…
  • (geplante) Ausnahmen zulassen
    Mir war klar, das sich Termine nicht immer an meinen Plan halten werden. Und das ich im Urlaub 10in2 nicht machen möchte. Daher habe ich für mich schon zu Beginn beschlossen, das ich Ausnahmen zulassen werde.
    Wichtig: Geplante Ausnahmen:
    Ok für mich ist das Pausieren im Urlaub.
    OK für mich ist ein Businesstermin an einem Montag, wo ich Abendessen gehe. Ich versuche zwar, die Termine auf Di und Do zu legen, das geht aber nicht immer.
    OK für mich ist auch, am Freitag Abend mit meiner Frau ein Eis essen zu gehen – hier ist mir das Zusammen wichtiger als meine Ernährung.
    Wobei hier Mahlzeiten “gejokert” werden und nicht Tage – d.h. auch wenn ich weiß, am Montag Abend gibt es ein Business-Abendessen, gibt’s am Montag aber auch nur das.
    Nicht OK sind Ausnahmen, die aus Gusto passieren. “Naja, ein Bissen hier, ein Essen dort, ein Apferl ist ja nicht so schlimm usw.” – Ist nicht OK, gar nicht. Und ist mir seit Jänner nicht passiert. Passiert ist mir beim Kochen am Nuller manchmal, das ein Karottenstück im Mund verschwindet und auch Nudeln werden am Nuller gekostet.  Diese Ausrutscher sind zwar nicht OK, die nehme ich aber hin…

Warum die Ausnahmen ? Ich will 10in2 den Rest meines Lebens machen – und da ist wichtig, dass das Programm lebenswert ist und im Alltag einsetzbar ist.

Fazit nach mehr als 6 Monaten:

Ja, es funktioniert. Ja, ich kann überraschend gut damit leben. Ja, mein Gewicht geht runter, wenn ich Sport treibe und wenig Ausnahmen habe, es geht aber nicht nach oben, wenn ich Ausnahmen mache und keinen Sport treibe.

Ein paar Antworten auf Fragen, die ich immer wieder bekomme:

  • Einen Tag nichts essen – ich könnte das nicht
    Ausprobieren. Es ist überraschend gewesen für mich, wie einfach es ist. Der dritte und vierte Nuller ist ein wenig gemein, hin und wieder ist der Gusto enorm, es funktioniert aber.
  • Naja, ich ess halt weniger… 
    Null ist für mich leichter als “Wenig”. Mit 0 habe ich vor Schalen mit Erdnüssen, Buffets und anderen Kostbarkeiten kein Problem. Beides ausprobiert, kein Vergleich
  • Ist das nicht ungesund ?
    Interessante Frage. Lt. Der Homepage von 10in2 ist es sogar genau Gegenteilig. Durch die 36stündige Fastenzeit beginnt der Körper, geschädigte Zellen “aufzuessen” – Es gibt dazu Tierversuche, die von einer Steigerung der Lebenserwartung von 20 % – 40 % ausgehen und mittlerweile auch schon Studien mit Menschen. Für mich ist das allerdings ein netter Nebeneffekt und nicht der Grund, warum ich 10in2 mache. Für mich ist die Steigerung der Lebenserwartung schon durch die Gewichtsreduktion gegeben.
  • Aber der JoJo Effekt ?
    Tritt bei 36 Stunden Fasten schlicht und ergreifend nicht auf. Punkt.
  • Sporteln geht aber nicht am Nuller ?
    Schon. Und wie. Das interessante ist, das meine langen Ausdauerläufe seit 10in2 massivst leichter geworden sind. Auch ohne Training war der Wien-Marathon und die 25 km vom Mozart 100 ernährungstechnisch kein Problem. Ich habe das Gefühl, das mein Körper durch die Fastentage das “Fettfressen” gelernt und trainiert hat und dies bei Ausdauerläufen nun leicht umsetzen kann.
  • Warum macht das dann nicht jeder ?
    Gute Frage. Keine Ahnung. Weil man daran nichts verdienen kann ?
    (Unter uns: Es gibt von Bernhard Ludwig ein Buch zu 10in2   Nett, unterhaltsam, aber nicht notwendig um 10in2 zu machen. Alles, was man wissen muss steht auf der Homepage. Die Infos dort sind gratis, die Macher bitten lediglich, für jeden verlorenen Kilo 1 EUR zu spenden.)
  • Was darfst Du am Einser essen ?
    Alles. (Alles ?) ja, alles. Die letzten 2 Monate habe ich sogar bewusst übertrieben. Eine Schoki dort, ein Semmerl da, bewusst keinerlei Zurückhaltung am 1er, eher im Gegenteil. Viel Essgewohnheiten wieder aufgenommen, die ich in den letzten Jahren abgelegt habe. Weil ich es einfach wissen wollte. Ich wollte wissen, was geht. Und das Gewicht geht einfach nicht rauf. (Gut, es geht auch nicht runter, das war aber klar) Erlaubt ist alles. Wer aber heute vernünftig lebt und das beibehält, wird seine reine Freude haben.
  • Ich mach das jetzt auch seit 2 Monaten, habe die ersten 6 Wochen x Kilo abgenommen, seit 2 Wochen nehme ich nix mehr ab.
    Ruhig, keine Panik. Ist ganz normal. Am besten Waage verkaufen, weiter Nullern und freuen, dass der Gürtel schon wieder zu weit ist.

 

Nachteile von 10in2

Ja, es gibt auch Nachteile. Es ist nicht alles perfekt und einfach:

  • Müdigkeit
    Am Nuller bin ich sehr oft müde. So richtig. Interessanterweise liest man immer wieder von Menschen, die am Nuller extrem viel Energie haben. Ich zähle nicht dazu. Möglicherweise liegt das an der fehlenden Regelmäßigkeit, am 43 statt 10. Weil mir auch auffällt, das die Müdigkeit nach Urlauben (=Pausen) stärker ist als nach 2 Wochen konsequente 43 ohne Ausnahmen.
  • Kopfweh
    In den ersten Wochen hatte ich tlw. am Nuller Kopfweh – angeblich ist das, weil sich Schadstoffe, die im Fett gespeichert sind, lösen… Das hat sich aber weitgehend aufgehört.
  • Kälte
    Gut, bei den derzeitigen Außentemperaturen kein Problem. Aber an den Nullern ist mir immer kalt. Wirklich kalt. So kalt, das ich im Büro Pullover trage. Ganz ehrlich: halte ich aus ;)
  • Soziale Kontakte
    “Gemma Mittagessen ?” geht halt nur noch 2 x in der Woche. Leider. Tlw. Habe ich eine Mittagessen-Vorlaufzeit von 3 Wochen. Ich mache es halt so, dass ich dann auf den Kaffee danach mitgehe. Ist nicht das gleiche, geht aber auch.
  • Kleidung
    Das ist das Teure an 10in2. Die Kleidung fängt zum Schlottern an. Der Gürtel braucht neue Löcher. Ich habe viel neue Kleidung gebraucht. Schade ;)

Manchmal werde ich gefragt, wie lange ich diese Diät machen will …

Dann weiß ich, dass mein Gegenüber das Prinzip nicht verstanden hat. Mehrfach. Das ist keine Diät. Und es hat kein Ende. Wenn ich mal 1 Jahr unter 80 kg bin werde ich vielleicht mal einen weiteren Esstag einlegen. Vielleicht. Vielleicht schwenke ich aber auch mal auf 10in2 um. Keine Ahnung. Der Plan ist jetzt einmal, das weiter zu machen.

Weils einfach ist und funktioniert…

 

12 Kommentare zu “10in2
  1. Luis franco sagt:

    Hallo Leute .. ich mache Zeit 9 Monaten. Und 20 Kilo abgenommen… ich fühle mich sehr gut… bravooooo!!!

    Aber ich habe nicht so genaue wie sollte sein .. ich habe immer Lage mit Milch getrunken und ist super gelungen… also geht…!!!

  2. Irene sagt:

    … mache jetzt 10in2 seit 2. Mai und fühle mich gut dabei … das Gewicht geht sehr langsam runter, aber der Körper verändert sich und das genau bei den Problemzonen … gut so! Hab es früher immer belächelt und mir für mich nicht vorstellen können … dann kam irgendwann der Punkt, wo ich – ich weiß eigentlich nicht warum – das Buch wieder zur Hand genommen habe und am 2. Mai hat es dann offensichtlich „klick“ gemacht … mal geht’s leicht, mal fällt es schwerer, aber eines ist immer der Fall: ich fühle mich am Morgen nach dem Nuller toll … der Plan ist mal, das bis Anfang August zu machen – dann kommt der Urlaub, aber mittlerweile glaube ich, dass ich nach dem Urlaub weiter mache, einfach, weil es ein gutes Gefühl ist, ja und die abendliche Müdigkeit hat was Gutes: ich komm auch wieder mal zu ausreichend Schlaf 😉

  3. Johannes Marx sagt:

    Hallo Christian, Ich mache nun seit 11 Wochen 10in2 und bin immer noch begeistert. Mittlerweile habe ich 11 Kilo verloren und alle meine Hosen schlabbern. Ich mache das gemeinsam mit meiner Frau (ist einfacher). Wir haben uns auch kleinere Ausnahmen vorab abgesprochen, zB. Kaffee ohne Milch geht nicht, und an gewissen Tagen (Familienfeiern oder Ausflügen und Urlaub) wird normal gegessen. Meine Erfahrung an Nuller Tagen ist das ich fast keine Müdigkeitsschübe habe, als an Einser Tagen. Man wird zwar für viele Dinge sensibler, wie zB. Essenswerbungen im Radio und leckere Gerüche im Stiegenhaus, aber wenn ich ein Hungergefühl bekomme trinke ich einen Schluck Wasser. Mittlerweile komme ich am Tag locker auf ca.3 Liter. Es ist auch überhaupt kein Problem mit meinen essenden Kindern am Mittagstisch zu sitzen. Das einzige was ich nicht mehr kann ist ungezuckerten Tee trinken. Sobald wir auf unseren Wunschgewichtern sind werden wir unsere Nullertage langsam reduzieren. Lg Johannes

  4. Martin sagt:

    Ich bin definitiv einer die das nicht kann. Ich bin nur auf diese Seite gestolpert weil jemand in meinem Bekanntenkreis diese Diät macht und ich neugierig geworden bin.

    Mein Gewicht bleibt seit Jahrzehnten auf +/-1 kg konstant, egal wie viel ich esse. Seit ein paar Jahren fahre ich wieder täglich mit dem Rad in die Arbeit, auf mein Gewicht hat auch das keinen Einfluss. Wenn ich regelmäßig laufen gehe dann habe ich tendenziell MEHR Gewicht, wenn ich wieder fauler werde und nicht laufe dann geht das Gewicht wieder ein bisserl hinunter.

    Das Fasten bekommt mir gar nicht gut. Wenn ich für eine Untersuchung nüchtern sein muss, dann ist das die Hölle. Kürzlich durfte ich 24h nichts essen. Ich war nicht nur hungrig, sondern auch unterzuckert. Ich habe weiche Knie gehabt, der Blutdruck war in Keller, ich bin ferngesteuert durch die Gegend gewankt und habe Kopfweh gehabt. Kopfweh wegen des niedrigen Blutdrucks, glaube ich. Und ich überstehe solche Tage nur mit einer Überdosis Magenschutzmittel, also nix mit „Entgiften“, ganz im Gegenteil.

    Ich leide nämlich chronisch an Magenbeschwerden. Einmal im Jahr muss ich das Magenschutzmittel für eine Hormon-Untersuchung eine Woche lang absetzen und dann auch noch nüchtern zur Untersuchung selbst gehen. Das ist schwer zu überstehen.

    Nur so als eine Meinung, nicht dass jemand glaubt ein Kabarettist hätte das Patentrezept für alle.

    • Danke Martin für deinen Kommentar !
      Ich würde mich hüten, 10in2 als Allheilmittel für alle anzupreisen – dazu sind wir Menschen viel zu verschieden und haben unterschiedlichste Gründe für zu viel Gewicht (oder auch nicht – so wie bei Dir)

      Aber lass mich Dir 1-2 Gedanken, die mir so beim Lesen deines Kommentars durch den Kopf geschossen sind, mitteilen:
      (Was natürlich völlig daneben liegen kann, weil ich Dich ja nicht kenne)

      Das mit dem Gewicht ist so eine Sache – Muskeln wiegen mehr als Fett, daher ist die Waage grundsätzlich ein schlechtes Instrument. Interessanter ist hier der Gürtel und ob sich, wenn Du mehr Rad fährst, hier etwas verändert.

      Und ja, die ersten „Nuller“ sind für viele ein Problem – das mit dem Kopfweh kenne ich auch. Unterzuckerung könnte eine Erklärung sein – meine Überlegung (als medizinischer Laie) ist, das es einerseits viel schwerer für den Körper ist, die Energie aus dem Fett umzuwandeln als aus den verfügbaren Kohlehydratspeicher (und das ist etwas, was der Körper lernt, damit wird das hungern leichter)
      Die zweite (wieder völlig laienhafte) Überlegung ist, das sich im Fettgewebe Schadstoffe/Gifte/wie auch immer Du das nennen möchtest ansammeln, die dann frei werden, wenn der Körper das Fett frißt…

      Aber egal – wenn du mit deinem Gewicht kein Problem hast und nicht zunimmst durch das Essen, dann brauchst Du dieses Programm eh nicht…

  5. sabine sagt:

    Ich habe heisshunger an Nullern und schaff es daher nie durchzuhalten. Wie macht ihr das?

    • MMMhhhh….
      Grundsätzlich hilft mir alleine der Gedanke, das heute Nuller ist und ich morgen essen kann, was ich will, in der Regel schon weiter.
      Wenn die Gier wirklich groß ist, hilft ein Glas Wasser oder einfach Bewegung – Schuhe an und Raus….

      Hilft Dir der Gedanke nicht, das Du eh morgen essen darfst, was Du willst ?

  6. Christian sagt:

    Dein Gegenüber hat zwar das Prinzip nicht verstanden, lag aber beim Begriff „Diät“ aufgrund eines Missverständnisses zufälligerweise trotzdem richtig. Laut Wikipedia kann man das urspünglich giechische Wort díaita mit „Lebensführung“ übersetzen. Insofern wäre eine Diät etwas Langfristiges und keine Hau-Ruck-Abnehm-Aktion.

    ***Klugscheißermodus wieder aus*** 🙂

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