Marathon in neuen Schuhen

Es gibt wenige Dinge, die ein absolutes NoGo beim Marathon sind: Eines davon ist, mit neuen Schuhen zu laufen. im schlimmsten Fall Laufschuhe, die auf der Laufmesse bei der Startnummern-Ausgabe gekauft wurden und am Tag darauf das erste Mal benutzt werden.

Und genau das habe ich heute gemacht Zwinkerndes Smiley

Es war zwar – wegen dem Totalausfall eines strukturierten Lauftrainings – nur der Halbmarathon, aber auch da sollten Experimente im Hintergrund stehen.

Aber der Reihe nach:

Beim Durchwandern der Vienna Sports World in der Messe am Freitag, ist mir ein Barfuß-Stand (www.sana-shop.at ) aufgefallen mit den Leguano-Schuhen. Für mich waren hier weniger die “Schuh-Modelle” interessant, als das “Sockenmodell”, das ich schon öfters in meinem Webshop gesehen habe, aber ehrlich gesagt nicht bestellen wollte.

Dort hatte ich aber die Gelegenheit dazu und nach ein paar Probeschritten und dem (sehr guten) Gespräch mit Hrn. Kammerer habe ich spontan zugegriffen:

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Gründe dafür waren einerseits der “Strumpf”, der einen Halt gibt, ohne irgendwie einzuschnüren oder einzuengen (deswegen habe ich dann auch die XL-Größe gekauft), andererseits, weil ich auf die Sohle gespannt war.

Der Grund, warum ich mich getraut habe, die Schuhe gleich bei einem Halbmarathon einzuweihen ist auch ganz simpel: Anders als in “normalen” Laufschuhen steht der Fuß in Minimalschuhen immer gleich: eben am Fuß. Da gibts keine Stütze, keine Sprengung, kein anderes Fußbett – Minimalschuhe haben schlicht eine eben, dünne Sohle. Weil aber 21 km doch 21 km sind, habe ich dann doch – zur Sicherheit – meine FiveFinger in den Rucksack gepackt – viel Platz brauchen die ja nicht und schwer sind sie auch nicht.

Wie war der VCM ?

Beim Start habe ich einen alten Kollegen getroffen, der seinen ersten HM heute gelaufen ist – mit einer Zielzeit von 2:15. Nachdem ich die letzten 4 Wochen kein einziges Mal laufen war (und auch 2 Wochen die tödliche Männergrippe hatte) klang das – zumindest für die ersten 10 Kilometer nach einem netten Plan.

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Am Start – wie immer beim VCM – keinerlei Kontrollen an den Startblöcken. Wir haben uns in den Startblock 3 gestellt, ganz ans Ende. Vorteil dieses Startblocks ist, das der erst a. 10 Minuten nach dem Start der ersten beiden Blöcke “losgelassen” wird, was den Stau minimiert. Mit unseren (gebremsten) 6:00 – 6:30 war es recht gemütlich zu laufen auf der Brücke, kein Vergleich mit den ersten beiden Blöcken

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Wettertechnisch war der VCM heuer wesentlich besser als befürchtet: Trocken, kühl, nur 2-3 x ein recht kalter Wind, meistens war es aber gefühlt windstill. Trotzdem war ich froh, meinen dünnen Laufpulli über dem Leiberl angezogen zu haben und die Skinfit-Windbreaker-Jacke.

 

Wie war die neue Streckenführung ?

 

Ansonsten war der HM vom VCM, wie man ihn kennt – streckentechnisch neu war heuer, das die extra Runde über den Schwedenplatz gestrichen wurde und wir direkt bei der Urania auf den Ring gebogen sind (mental besser).

Die geänderte erste Staffelübergabe – die jetzt beim technischen Museum ist und nicht mehr unten bei Schönbrunn – ist ein echter Gewinn. Dort ist wesentlich mehr Platz und es waren wesentlich weniger Leute (nämlich nur die Staffelläufer). War sehr angenehm.

Auch die Mariahilfer-Strasse war sehr angenehm stufenlos zu laufen – dort war es fast ein wenig zu eng. Aber der neue Belag macht zum Laufen echt Spaß.

Auch die Trennung zwischen Marathon und Halbmarathon hat sich (zugegeben als HM-Läufer) sehr gut angefühlt, weil auch mehr Platz war.

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Das neue Ziel am Ring war maximal OK. Etwas weiter zu laufen, dafür gefühlt mehr Publikum.

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Aber der Einlauf am Heldenplatz war halt schon etwas besonderes. Nicht einfach ein Ziel. Hier wusste ich beim Abbiegen vom Ring, das der Lauf geschafft ist. Das Durchlaufen durch das Burgtor, besonders wenn sich dahinter dann der Platz mit den tausenden Menschen öffnet, hat mir immer sehr viel Motivation zum Zielsprint und auch sehr viele Emotionen gegeben.

Fazit

Der Lauf war für meine derzeitige Verfassung mit 2:09 kein Ruhmesblatt auf meiner Ergebnisliste, aber absolut OK.

Ein extrem gemütlicher, angenehmer Lauf in wirklich netter Begleitung mit sehr interessanten Gesprächen – so macht Laufen Spaß.

Die Leguano-Schuhe waren erwartungsgemäß kein Problem. Das ist allerdings kein Laufschuh für Barfuß-Lauf Anfänger. Bei diesem Schuh braucht man einen guten, exakten Laufstil, der am Fuß beim Bodenkontakt nur sehr wenig Seitenbewegung und Vor-Rückbewegung geben darf, d.h. hier muss korrekt gerade aufgesetzt werden. Gespürt habe ich das irgendwo bei KM  14, wo der Schuh zu reiben begonnen hat, was einfach an dem, durch Müdigkeit unsauberen Laufstil gelegen hat. Der “Socken” fühlt sich aber sehr gut am Fuß an und die Sohle gibt gutes Feedback vom Boden… Werde weitere Tests machen und berichten – denke mir, das die abgeschlossene Socke im Wald gute Dienste leistet, bin mir aber nicht sicher, wie der Schuh bei den Belastungen am Waldboden reagiert…

Meine Fenix war brav wie immer – angezeigte 21,4 km bei einem HM sind mehr als korrekt… Das das Handy meines Laufpartners im Ziel wegen Runtastic keinen Strom mehr hatte, bestärkt mich klar in meiner Meinung, das Runtastic zwar eine unbestritten gute Software ist, aber die Handys alles über 2-3 Stunden einfach nicht aushalten und deswegen eine Laufuhr die bessere Wahl ist…

Hier noch der Link zum Lauf (für die, die es interessiert): https://connect.garmin.com/modern/activity/1120301854

21,44 km

Netto Pace von 5:56 min/km (in Bewegung)

Netto Zeit von 2:07:06 (Zeit in Bewegung)

Danke noch mal an Christian für die erstklassige Begleitung und Gratulation zu seinem ersten Halbmarathon und die Übererreichung seiner Ziele (ist ein Insider Zwinkerndes Smiley  )

Veröffentlicht in Allgemein, FiveFingers, Marathon
0 Kommentare zu “Marathon in neuen Schuhen
1 Pings/Trackbacks für "Marathon in neuen Schuhen"
  1. […] nicht so Blödsinn machen, wie am Vortag eines Halbmarathons neue Schuhe zu kaufen um damit am nächsten Tag die 21 km zu […]

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