Ersteindruck Chala Evo Light

Beim Thema Laufsandalen sind mir – neben den Hauptvertretern den Lunas – als zweite große Marke die Chalas des deutschen Minimalschuh-Shops Voycontigo aufgefallen. Ähnlich wie bei den Lunas gibt es auch hier eine große Auswahl unterschiedlicher Modelle.

Um hier Erfahrungen zu sammeln habe ich mir – natürlich ausschließlich im Dienste meiner Blogleser – ein Paar bestellt. Nachdem mir halbwegs klar war, worauf ich bei Laufsandalen für mich achten muss (dünne Sohle, vernünftige, stabile Schnürung, ist meine Wahl auf den Evo Light gefallen – nach kurzer Beratung mit Armin – habe ich ihn bestellt.

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Womit ich nicht ganz zurecht gekommen bin, ist die Größenermittlung auf der Webseite – lt. den Maßen meiner Füße würde ich Größe 41 benötigen – die waren jedoch (erwartungsgemäß) viel zu klein. Meine normale Größe (43) hat dann perfekt gepasst.

 

Ersteindruck am Fuß

Der Ersteindruck am Fuß war ein sehr Guter.

Irgendwie eine Mischung aus Lunas und meiner Spezial-Genialer Sandale – aber mit ein paar wesentlichen Kleinigkeiten:

Die Sohle ist im Vergleich zu meinen Lunas wesentlich dünner und flexibler. 6 mm geben ein gutes Bodenfeedback und erlauben dem Fuß, sich an den Boden anzupassen, sind aber andererseits dick genug, Bruchschotter nicht zu intensiv werden zu lassen.

Die Riemen sind etwas fester und steifer als bei den Lunas – dafür ist der Teil zwischen der großen Zehe und der Zeigezehe dünner und angenehmer als bei den Lunas.

Fasziniert hat mich allerdings eine Kleinigkeit:

Am Fersenband ist ein kurzer Gummi eingearbeitet, was das Anziehen wesentlich einfacher macht.

Und auch wenn den Chalas die TechStraps fehlen, sitzen sie bombenfest am Fuß.

 

Erstes Laufen

Samstag ist immer Trail Dog – Laufsamstag – eine perfekte Gelegenheit zum Schuhetesten. (Und so nebenbei: Auch wenn ihr mal neue Schuhe testen wollt, ist das eine gute Gelegenheit)

Bild könnte enthalten: 14 Personen, Personen, die lachen, im Freien

 

Ist immer eine bunt gemischte Truppe, ein paar Ultra-Trail Runner, viele “normale” Läufer, einige Anfänger und (fast) jeden Samstag ein paar Schuhfirmen mit ihren Produkten zum Testen. Gelaufen wird in 2 Gruppen, die Schnellen und die ganz Schnellen Zwinkerndes Smiley, praktischerweise beginnt der Wienerwald quasi direkt vor dem Geschäft. (Sollte wer meine Ironie nicht verstehen, zur Sicherheit: Die ganz Schnellen sind mit ca. 6 min/ km unterwegs, die Schnellen so schnell, wie der Langsamste)

Das Motto war diesmal Straße und Trail, d.h. kein Berglauf, sondern eher eben – aber trotzdem nur wenig Asphalt.

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Damit war alles da für einen ersten Testlauf: Asphalt, Schotter, Waldboden, Wiese, eine kleine Steigung, Gatsch, Lacken, nette Menschen in Lunas (imHintergrund).

(Und ich durfte meinen neuen Deppenstecken ausführen mit ganz neuen Perspektiven)

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Fazit nach 10 km:

Tadelloser Schuh. Sitzt bombenfest am Fuß, gibt guten Bodenkontakt, die Schnürung schmerzt nicht. Auch das Durchlaufen von Lacken (zu Testzwecken selbstverständlich, das macht ja nur kleinen Kindern Spaß) war einwandfrei, anders als in den Lunas hatte ich auch nicht das Gefühl als würde der Fuß dann auf der Sohle rutschen.

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Zweiter Test: Wanderung

Nach dem Laufen war Wandern angesagt. Wieder mal eine Runde auf der Hohen Wand, 14 km, 800 HM.

Wer es kennt: Die Völlerin hinauf, den Straßenbahnerweg runter. Beides Wege, die grundsätzlich auch mit Kindern machbar sind, allerdings Trittsicherheit erfordern, weil es doch recht steil runtergeht neben dem Weg.

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Man sieht, die Wege sind schon recht steil und steinig.

Hinauf spielen die Sandalen ihre volle Stärke aus. Durch die flexible Sohle kann sich der Fuß gut an die Steine anpassen, sogar die Zehen können sich festkrallen, beim vollflächigen Auftritt war kein einziges Mal ein rutschen zu spüren. Auch die Schnürung hat bombenfest gehalten.

Die Blicke der Mitwanderer muss man halt ignorieren – wer geht schon in Schlapfen am Berg …

Oben dann “normale” Wanderwege – Tannennadeln, Steine, Waldboden, Schotter, Asphalt. Auch hier ein super Bodenfeedback, man spürt den weichen Waldboden, die Tannenzapfen, es war ein Vergnügen, in den Chalas zu wandern.  Leider war der Wind recht kalt – das war auch der Grund, warum wir diesmal aufs “Lauf-Wandern” verzichtet haben.

Oben immer wieder Schneefelder – da mußte natürlich dann ein Foto her. (Später bin ich dann durch ein Schneefeld gewandert – knöcheltief – gut das war richtig kalt, aber 3-4 Minuten später war der Fuß wieder warm)

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Etwas später hat sich dann doch ein Nachteil der Sandalen gezeigt: Stichwort Brennnesseln

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Quer durchs Gemüse, mit Brombeeren, Brennnesseln und anderen netten Dingen habe ich den fehlenden Schutz um den nackten Fuß deutlich gespürt – gut, soll ja angeblich gesund sein…

Der Rundwanderweg 3 hat eine kleine Spezialität – er hat eine Scharte. D.h. einmal steil bergab und gleich wieder steil bergauf

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Und das auf tlw. lockerem Untergrund

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Hier hat sich eine interessante Eigenschaft der Chalas gezeigt: Anders als bei der genialen Sandale geht der Druck hier nicht auf die Schnur zwischen den Zehen, sondern wird von der breiten Schnürung am Fuß gehalten.  Und auch wenn ich natürlich sehr vorsichtig gegangen bin (man geht ja nicht mit Sandalen ins Gebirge) haben die Schuhe auch hier sicher gehalten.

Auf der anderen Seite der Wand dann der immer wieder beeindruckende Ausblick auf den Schneeberg – aber man sieht, wie kalt der WInd war…

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Der Abstieg war dann schon eine Aufgabe. Weniger wegen den Sandalen, sondern weil wir doch 4 Stunden unterwegs waren und ich gespürt habe, das meine Fußmuskeln schon müde waren von der doch ungewohnten Belastung. Hier war Konzentration angesagt, weil der Weg halt nicht wirklich kinderwagentauglich ist

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Aber auch hier wieder die Überraschung, das der Druck am Fußrücken ist und nicht zwischen den Zehen. Und mittlerweile die Sicherheit, das die Sohle fest am Boden pickt – im Gegensatz zu so manch anderen Wanderschuh, den wir gesehen haben – die trotz (oder wegen ?) dicker, fester Sohle gerutscht sind.

Wie schaut der Schuh nach dieser Wanderung aus ?

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Interessanterweise ist der Plastikknopf unten abgeschert – damit kann ich leben…

Viel wichtiger: Wie schauen die Füße aus ?

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Man sieht ganz leichte Spuren der Riemen, aber trotz der ungewohnten Belastung keine Blasen, keine Schmerzen, keine Abschürfungen.

 

Fazit

Eine wunderbare Allround-Sandale. Sitzt fest am Fuß, ist einfach anzuziehen, hat eine flexible Sohle, die trotzdem gut schützt.

Preislich liegt die Chala zwischen der Genialen Sandale und den Lunas. Hergestellt in Handarbeit in Deutschland.

Für alle, die in Berlin und Umgebung wohnen, wird in Kürze ein Chalas-Shop dort aufgemacht.

Für alle anderen:

www.voycontigo.de

 

P.S.:

Es folgt noch ein Video mit den ersten Lauf- und Wandertests. Und der Artikel, der meine bisherigen Sandalen vergleicht, wächst im Kopf schon heran …

Veröffentlicht in FiveFingers
2 Kommentare zu “Ersteindruck Chala Evo Light
  1. Alexander sagt:

    Hi christian
    Ah super dass du die evo light mal getestet hast.
    Ich habe mir letztes jahr chalas in der classic version zum binden gekauft.
    War soweit begeistert. Nur ein gutes schnallen system hat gefehlt.
    Ich bin zum big25 in berlin und schau mal vorbei um die evo light zu testen.
    Eine gute alternative zu den luna sandalen. 🙂

    PS: hab den marathon in wien gefinished. Der erste. Und in vivobarefoot. Primus road.
    Und eine cadenz von 175 auf dem ohren.
    Bin froh es geschaft zu haben und lief alles prima.

    Liebe Grüße

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