Lauf-Wandern

eine Kombination aus Laufen und Wandern. Wie schon das eine oder andere Mal hier beschrieben, gehe ich gern mit meiner Frau Wandern. Und besonders auf den leicht abschüssigen Schotterstrassen überkommt mich immer der Wunsch, diese zu Laufen anstatt zu wandern.

Daraus ist dann die Idee entstanden, das doch mal geplant auszuprobieren: Sprich: Alle Streckenteile, die eben oder bergab sind, ganz gemütlich zu laufen, wenns bergauf geht, ganz gemütlich zu wandern. Ohne Streß, ohne Zeitnehmung, just for Fun.

Das Ziel für den ersten Versuch war schnell gefunden: Die Hohe Wand entwickelt sich immer mehr zu unserem Hausberg, weil zum Lauf-Wandern eine vernünftige Aussicht einfach dazu gehört.

Routenfindung

Zur Routenfindung habe ich diesmal den Routenplaner von Komoot.de angeworfen. Dort kann man, nach Eingabe eines Startpunktes, durch Setzen von Wegpunkten grundsätzlich sehr einfach eine Tour planen.

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Nach meiner Erfahrung ist es besser, auf der rechten Seite auf Open Street Map umzuschalten, weil dort auch die kleinen Wanderwege verzeichnet sind

Dann positioniert man einfach Wegpunkte und Komoot verbindet diese

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Links sehe ich in “Echtzeit” die Parameter meiner Tour (Länge, Höhenmeter, Wegprofil, und das Höhenprofil. Gerade auf der Hohen Wand ist das Höhenprofil wichtig, um nicht irrtümlich einen Weg zu wählen, der schnell mal die Wand runter und wieder raus führt

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Sobald Komoot einen sinnvollen Rückweg findet, schlägt er diesen vor und der kann natürlich modifiziert werden.

(Wichtig dafür ist, oben Hin&Rückweg auszuwählen)

Heraus kommt dann z.B. die von mir gewählte Tour

Das GPX File kann ich dann einfach editieren und auf meine Garmin laden. Praktischer hat sich aber im Praxistest erwiesen, die Komoot App auf das (Android oder IPhone) Handy zu laden und die Tour damit begleiten zu lassen.

Braucht erstaunlich wenig Akku und die Sprachansage ist zwar manchmal lästig, aber extrem praktisch bei so kleinen Wegen.

Die Tour

Bei den Wegen hatten wir alles – von der Forststraße bis zum Singletrail

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Und das Konzept des Lauf-Wanderns ist voll aufgegangen – bergab ist Laufen (solange es nicht zu steil wird) wesentlich leichter als Gehen (bei der richtigen Technik)

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Kenner erkennen an meiner Körperhaltung, das mir dieser Weg zu steil für die richtige Technik war…

Unterwegs war ich heute wieder mal mit FiveFinger – und ich habe 2 Dinge festgestellt:

a) Die Trek Ascent sind super FiveFinger für die kalte Jahreszeit – heute waren sie mir fast zu warm

b) Eigentlich hätte ich heute lieber meine Sandalen angehabt – die Freiheit am Fuß ist einfach ganz etwas anderes als in einem Schuh.

 

Was beim Laufwandern aber so richtig Spaß macht, sind herausfordernde Singletrails (bzw. schmale Wanderwege)

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So was zu Fuß zu gehen ist nett – so was zu Laufen ist Koordinationstraining, Konzentration und Spaß. Wichtig ist, die Füße locker zu halten, damit sie auf dem unebenen Boden gut ausgleichen können, sauber über den Füßen zu laufen und – wie schon geschrieben – konzentriert bleiben.

Auf diesen Stücken mußte ich an die Fragen denken, die mir beim Trail Run Samstag von meinem Wiener Laufgeschäft Traildog Running  von 2 Teilnehmer gestellt wurden: “Sag, knöchelst Du in den Sandalen nicht um ?” Auf dieser Strecke hat sich die Antwort sehr deutlich gezeigt: Nein, warum ?

Anders als in einem herkömmlichen, steifen Laufschuh spüre ich mit den Minimalschuhen sofort beim ersten Aufkommen den Untergrund. Und der Fuß hat durch die Beweglichkeit des Fußgelenks die Chance, auf Unebenheiten oder seitliches Abknicken sofort zu reagieren. Das geht ganz automatisch. Ich habe heute immer wieder gespürt, wie sich der Fuß am Fußgelenk gedreht hat, seitlich bewegt hat, der Körper automatisch das Gewicht verlagert hat.

Steht der Fuß auf einer festen Sohle und kippt diese seitlich weg, hat der Körper nur wenig Gelegenheit, das sofort auszugleichen und dann pöckelst du um (wie der Wiener so schön sagt)

Aber zurück zur Tour: Das Schöne an der Hohen Wand sind die Ausblicke:

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Bei der Tour haben wir uns leider einmal verlaufen und ca. 3 km abgekürzt. (Ich gebs zu, wir wollten die Lamas sehen)

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Fazit

Ein kleiner Nachteil hat sich schon gezeigt: Der Wind war heute doch noch recht kalt. Und wir waren mehr zum Laufen als zum Wandern angezogen und sind bei den Laufstrecken natürlich mehr ins Schwitzen gekommen als beim Wandern. Womit das Stehenbleiben oder langsam gehen eher nicht so ratsam war, weil es durch die verschwitzte Kleidung recht frisch geworden ist.

 

Vergleiche ich jetzt das Ergebnis mit den Wanderungen, die wir gemacht haben (ich weiß, wir wollten nicht über Zeiten reden), dann haben wir beim Wandern ca. eine Pace von  13 min/km (in Bewegung), beim Laufwandern haben wir 9,5 min / km (in Bewegung) bei ungefähr vergleichbaren Profil und gefühlter gleicher Anstrengung. Ist ein bisschen so wie E-Mountainbiken – es erhöht einfach die Reichweite ein wenig…

Veröffentlicht in FiveFingers, Laufstrecke, Spaß am Laufen
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  1. […] wandern.  Leider war der Wind recht kalt – das war auch der Grund, warum wir diesmal aufs “Lauf-Wandern” verzichtet […]

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