Barfuß über die Alpen

500 km von München nach Verona – barfuß. Das hat noch niemand gemacht. Bis auf Martl Jung, der diese Tour 2009 gemacht hat.

Ich habe zufällig von einem Bekannten erfahren, das er in Steyr einen Live-Vortrag hält und bin natürlich gleich hingefahren.

Nicht nur, weil ich einfach erfahren wollte, wie das so ist, ganz barfuß 500 km über die Alpen zu gehen, sondern weil mich auch die Tour selber interessiert hat.

Ich mein, so auf den ersten Blick schaut Martl aus wie ein ganz normaler Bayer – könnt fast aus den weißblauen Gschichten sein:

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Blickt man etwas tiefer, sieht man schon, das da ein wenig etwas anders ist

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Martl ist immer schon viel Barfuß gegangen, irgendwann hat er die Idee geboren, quer über die Alpen zu gehen. Und zwar auf der breitesten Stelle – von München weg nach Verona. 500 km und 30.000 Höhenmeter. Er, sein Rucksack und seine bloßen Füße.

Über Stock und über Stein, über Wiesen und auch über Schnee

 

Der Vortrag, den er immer wieder hält, ist absolut sehenswert. Aus vielerlei Gründen. Einer davon ist, das Martl die Sache mit dem Barfußgehen recht locker sieht. Also nicht missionierend, nicht glaubensbehaftend. Er verkauft das nicht als das Beste auf Gittes Erden und das einzig Wahre. Aber er zeigt im Vortrag schon die schönen Seiten des Barfuß-Gehens. Die Vorteile.

Und er zeigt auch die Nachteile. Etwas, das man nicht so oft hört. Zum Beispiel, das er die Tour heute so nicht mehr machen würde. Weil 95 % der Strecke war kein Problem, aber für 5 % der Wege würde er heute Schuhe mitnehmen.

Und da redet er nicht von Klettersteigen wie diesem hier:

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Problematisch war für ihn der spitze, scharfkantige Bruchschotter, vor allem bergab. Und ein Gestein (dessen Namen ich vergessen habe), das für den Fuß wie Sandpapier ist und die Sohle massiv strapaziert. Hier hat er sogar die Route wechseln müssen, weil die Belastung für die Sohle zu hoch war.

Und diese Leiter bergab, 400 Metallstufen, war ebenfalls eine Herausforderung, weil die Fußauflage hier sehr gering ist

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Ansonsten waren Schneefelder, Wanderwege und Ähnliches kein Problem für den geübten Barfußgeher.

Ein Detail habe ich auch sehr interessant gefunden – seine Füße waren eigentlich die ganze Zeit sehr sauber, dafür das er 500 km damit gewandert ist. So richtig schmutzig sind sie dann erst in Verona geworden:

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Das ist, wie er meint, der normale Belag in trockenen, staubigen Städten, wo es schon länger nicht geregnet hat.

Mit beeindruckenden Bildern, teilweise auch mit Videos begleitet er den Vortrag mit seinen Geschichten – nett, sympathisch und in seiner Zweitsprache Bayrisch – auch für einen Wiener gut verständlich.

 

Für mich auf der einen Seite die Motivation, heuer wesentlich mehr Wandern zu gehen.

Und auf der anderen Seite die Bestätigung, das das einzige was zum Barfußgehen notwendig ist, das Ausziehen der Schuhe ist. Und das es einen Unterschied macht, ob man in Minimal-Schuhen oder eben ganz nackt unten ohne ist.

Wer den Vortrag sehen möchte, findet die Termine unter https://www.martl-jung.de/termine/

Dort sind auch alle Infos über Martl zu finden.

 

Mir war der Vortrag die 4 Stunden Autofahrt mehr als wert…

Danke auch an Martl, das ich schamlos Fotos von seiner Webseite für diesen Artikel klauen durfte ….

Veröffentlicht in Barfuß

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