Nicht Zunehmen statt Abnehmen (Teil 1 von 4)

Nicht Zunehmen statt Abnehmen (Teil 1 von 4)

Der eigentliche Grund, warum ich vor vielen Jahren zu Laufen begonnen habe, war das Ziel der Gewichtsreduktion. Ich war einfach zu dick und wollte – wie so viele Menschen – abnehmen. Und wie die meisten Leidensgenossen habe ich begonnen, mich durch diverse Diäten durchzuprobieren.

Steinzeitdiät, Trennkost, Brigitte Diät, Diätpläne meiner Ärztin – alles wohl durchdachte, gut argumentierte, meist gut dokumentierte Diätpläne.
(Mit einigen Lücken, die ich natürlich sofort ausgenutzt habe: Wusstet ihr, das eine Käsekrainer bei Trennkost voll OK ist, solange man kein Brot dazu isst ? Coole Diät 😉 )

Und ich will auch gar nicht sagen, das die Diäten nicht erfolgreich waren. Bei jeder Diät sind nach kurzer Zeit die Kilos gepurzelt (außer bei der Trennkost 😉 ). Damit kann ich sagen, abnehmen ist wirklich leicht.

 ABER (denkt sich jetzt jeder, der es schon probiert hat). Genau. Aber.

Das ist der Haken an der Sache.

Diäten funktionieren aus mehreren Gründen wirklich gut.

  1. (Nahezu) jede Diät schränkt dein Essverhalten massiv ein. Sie schreibt Dir vor, wann Du essen darfst, was Du essen darfst und wie viel Du essen darfst. Das funktioniert – zumindest bei mir – 3-4 Wochen sehr gut, weil ich in der Zeit die notwendige Disziplin aufbringe. Funktionieren tut es aber nicht unbedingt, weil das, was die Diät mir vorschreibt, so gutes Essen ist, sondern weil ich einfach weniger esse und nicht das, was ich sonst esse.
  2. Die ersten 4-5 Kilo funktionieren bei mir wirklich schnell und einfach. In 2-4 Wochen sinkt das Gewicht jeden Tag ein wenig mehr. Dann ist aber meistens Schluß bzw. Pause. Alles was danach kommt ist in der Regel mühsam und langwierig.

Was ebenso sehr zuverlässig funktioniert hat, ist das Zunehmen nach der Diät. Meistens schneller als das Abnehmen, war das Gewicht bei mir mindestens wieder dort, wo es vorher war, oft sogar darüber.

Also war mir schon nach kurzer Zeit klar, dass das nicht der richtige Weg sein kann. Und ich habe begonnen, mich tiefer und grundsätzlich mit dem ganzen Thema zu beschäftigen um einen Lebensweg zu finden, der mir erlaubt:

  • Ein „normales“ Leben zu leben
  • Mein Gewicht reduziert, wenn ich die Zeit und Energie habe, darauf zu schauen
  • Mein Gewicht hält, wenn ich andere Prioritäten im Leben habe

Das Ziel war, 6 Monate „normal“ zu leben, ohne Gewicht zuzulegen. Normal bedeutet, dass ich nicht ständig überlegen muss, was ich esse, wie viel ich Esse und wie viel Sport ich treibe. Normal bedeutet, dass ich auch in Zeiten, wo ich viel beruflich oder privat um die Ohren habe, viele Events, Roadshows, Geburtstage, Urlaube, Businessessen, usw. habe, nicht wirklich zunehme.

Und nach ca. 8 Jahren kann ich jetzt sagen, ich denke, ich habe meinen Weg gefunden.

Was ich dabei – für mich – gelernt habe, was funktioniert und nicht funktioniert hat, was mir dabei geholfen hat und was schlussendlich – für mich – die Lösung ist, werde ich in einigen Blogartikeln berichten.

Warum die Betonung auf „Für mich“ ? Weil ich gelernt habe, das jeder Mensch anders funktioniert. Weil zu viel Gewicht zwar meistens die selber – einfache Ursache hat, aber die Gründe dafür sehr unterschiedlich sein können. Und weil das, was für mich funktioniert, nicht für andere funktionieren muss.

Grundsätzlich gibt es aber eine – ganz einfache Regel:

Du musst mehr verbrauchen, als Du zu Dir nimmst.

Energie löst sich nicht in Luft auf. Alles, was Du an Energie zu Dir nimmst, muss der Körper speichern oder verbrauchen. Nimmst Du zu viel zu Dir, speichert der Körper es in Fett. Nimmst Du weniger zu Dir als Du verbrauchst, wandelt der Körper Fett in Energie um. That´s it.

Und wie alles im Leben sind die einfachen Dinge oft sehr kompliziert. Und unser Körper ist ein wahres Meisterwerk an Effizienz. Und Kummer gewöhnt. Und das macht das ganze spannend 😉

Für mich haben sich 3 einfache Regeln herauskristallisiert, die zum Erfolg führen:

  1. Ich muss mehr verbrauchen
  2. Ich muss ändern, was ich esse
  3. Ich muss ändern, wie viel ich esse

Das Hauptproblem dabei ist bei mir, das für mich Essen mehr als Nahrungsaufnahme ist. Ich esse gern. Ich genieße gute Speisen, egal ob das ein blutiges Steak ist, ein Schnitzel oder mittlerweile auch vegetarisches und veganes Essen. Und für mich hat Essen eine extrem wichtige soziale Rolle. Ich gehe gern mit Menschen Essen, die ich mag.

Und mir war klar, dass eine langfristige Lösung diesen Umstand berücksichtigen muss.

Das ganze schreibt sich jetzt relativ locker runter und klingt für mich sehr logisch. Aber viel von dem war mir die letzten Jahre nicht so klar, wie es heute ist. Im Kopf und im Bauch.

Wichtig war, die Aktionen einerseits zu dokumentieren, andererseits aber auch lang genug auszuprobieren. 6-8 Monate sind das Mindeste, was man einer Lebensumstellung Zeit geben sollte. Und dann noch ein paar Monate um zu sehen, ob es eh funktioniert. Immer das langfristige Ziel vor Augen, immer mittelfristige Zwischenziele setzen, den Weg dorthin kontrollieren, Fehlschläge einplanen und daraus lernen. Lustig – genau so wie im Businessleben 😉

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