Der erste Ultra – eine Woche danach

Vor genau einer Woche habe ich meinen ersten > 42 km Lauf beendet – den Scenic 55 beim Mozart 100.

Wie in der Nachlese beschrieben, waren die zusätzlichen 14 km (+ ein paar Höhenmeter) wesentlich harmloser als gedacht. Auch die Tage danach waren anders als die Marathons der letzten Jahre. Natürlich spürt man die Beine nach so einem Lauf – besonders wenn die Beine längere Zeit nicht bewegt werden. Aber mir ist es am Sonntag (der Tag danach) so gut gegangen, das ich die 3 km vom Hotel zum Bahnhof zu Fuß gegangen bin. Auch die Grillparty am Sonntag war kein Problem.

Liegt – wie beschrieben – sicher an der Lauftechnik, aber sicher auch daran, das ich bei diesem Lauf (und bei den letzten beiden Marathons) das Tempo doch massiv reduziert habe. Alles in Allem ein gutes Vorzeichen für meinen Jahreshöhepunkt – den Wien Rundumadum am 31. Oktober, der 130 km lang ist und über die schönsten Laufstrecken Wiens geht.

Allerdings: Ich werde die 130 km nicht laufen.

Ich weiß, war der Vorsatz, den ich jedem, der es hören wollte (oder auch nicht), erzählt habe.

Aber auf der Heimfahrt von Salzburg habe ich eine kleine Rechnung angestellt:

Der Wien Rundumadum ist das Doppelte vom Scenic 55. Plus ein Halbmarathon.

Und so wie beim Chi-Running ein wichtiger Grundsatz der graduelle Prozess ist, sollte das auch für alles andere im Leben gelten.

Deswegen habe ich nun ein Minimum-Ziel und ein Optimal Ziel:

Das Minimum-Ziel endet in Simmering beim Schloss Neugebäude. Das ist etwas weiter als km 78:

78

Von dort sind es noch ca. 3 km bis zu mir nach Hause. D.h. das wäre mein erster > 80 km Lauf.

Sollte es mir relativ gut gehen bei km 78, endet das Optimal Ziel bei km 100:

100

Das ist die coole Strecke bei Nacht durch die Lobau und wäre damit mein erster 3-Stelliger Lauf.

 

Die zweite Erkenntnis, die ich durch den Mozart 100 Lauf bekommen hatte ist, das erstrebenswerte Zwischenziele während des Laufs viel Motivation geben.

D.h. ich werde viel Unterstützung für den Lauf suchen – Menschen, die mich an Labestationen erwarten, vielleicht Teile der Strecke mit mir Laufen, Treffpunkte, auf die ich mich freuen kann……

Für das Stück durch die Lobau habe ich schon einen Mitläufer (bzw. Radbegleiter) – das wird mein Sohn Oliver übernehmen.

Die dritte Erkenntnis ist eh offensichtlich: Ein bisserl Training wäre ned so schlecht

Ich geb ja zu, das fehlende Training war (neben den vielen Dingen, die wichtiger als Laufen waren) ein Teil meines Planes. Optimal trainiert schafft jeder die 55 km.

Nicht optimal nur, wenn die Lauftechnik passt.

Aber beim Wien Rundumadum sind es dann doch ein paar mehr Kilometer mehr, auch wenn die Höhenmeter nicht massiv mehr sind.

(Scenic 55: 1.318 HM, Wien Rundumadum in Summe: 1.800 HM – die letzte Steigung erspare ich mir, also nur 1.625 HM)

 

Also – bis zum 31.10. heißt das: viel Technik trainieren – optimieren, inkl. Videoanalysen und viel Laufen ….

Für das Höhenmeter-Training werde ich den Kahlenberg unsicher machen: Den Nasenweg rauflaufen und den Waldbachsteg wieder runter – so lange es geht…

Für Leidensgenossen bin ich sehr dankbar

Veröffentlicht in Marathon, Training

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