Großglockner Berglauf–der Dritte

Am Sonntag war wieder der Großglockner Berglauf – 13 km, knapp 1.500 Höhenmeter

Meine Blogleser kennen meine Kriterien für einen schönen Lauf schon: Viel und schöne Gegend, nette Trails.

Und der Großglockner bietet beides perfekt.

Start in Heiligenblut

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Eine der Schwierigkeiten (für mich) bei dem Lauf ist die Einschätzung des Wetters – der Start ist bei 1.247 Meter, das Ziel bei 2.370 Meter. Und das bedeutet, das der Temperaturunterschied enorm sein kann.

Unten war es am Sonntag eher kühl mit leichtem Nieselregen – deshalb habe ich im Auto noch schnell das lange Shirt über das kurze Laufleiberl angezogen. Im Rucksack war neben den obligaten Fivefingers als Notfallschuhe auch eine Regenjacke.

Am Start habe ich einen ehemaligen Arbeitskollegen getroffen und mich gefreut, mit ihm zu Laufen  wir hatten beide in etwa die selbe Zielzeit bei den letzten Läufen

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Aber nach den ersten (flachen) Kilometern mußte ich ihn ziehen lassen – Magenprobleme…. Ist ja nicht so, das das mein erster Lauf war, was mich natürlich nicht davon abgehalten hat, beim (ausgezeichneten) Frühstücksbuffet ordentlich zuzugreifen und neben 2 großen Tassen Kaffee auch noch fast 1 Liter nebenbei zu trinken. Fazit: Die ersten 6 Kilometer hatte ich teilweise das Gefühl, mich übergeben zu müssen. Ned optimal, aber war mir eine Lehre …

Streckentechnisch ist der Lauf sehr nett, die ersten zwei Kilometer gehen halbwegs eben dahin, gut zum Aufwärmen. Dann beginnt die erste Steigung..

Obwohl der Lauf auf 1.200 Teilnehmer beschränkt ist und in 4 Startlöcken mit 10 Minuten Abstand gestartet wird, ist es kein Lauf für Ungeduldige.

Beim Wasserfall gleicht der Lauf eher einem Firmenausflug

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Hier ist bergauf auch Überholverbot, was aus meiner Sicht völlig berechtigt ist. Mir tun hier nur all die Läufer leid, die auf Zeit laufen und ein gutes Ergebnis wollen – mir geht es ja schon lange mehr um den Genuß und in der Schlange ist es sehr nett zu plaudern

Einzigartig auch die Dichte der Bergretter

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Gefühlt jeden Kilometer steht eine nette Dame oder Herr der Bergrettung – sehr beruhigend. Und heuer habe ich leider fast live miterlebt, wie wichtig das ist, da sich ein Läufer auf einem Single Trail (angeblich) das Bein gebrochen hat und mit dem Hubschrauber abtransportiert wurde. Wie ich bei ihm vorbei gelaufen bin, war er schon bestens versorgt, in der Rettungsdecke eingewickelt, vom Bergretter betreut.

Ab ca. KM 6 ist es mir lauftechnisch wieder besser gegangen und ich habe die Strecke ehrlich genossen.

Steile Passagen wie diese hier

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haben sich mit wirklich herrlichen, teils selektiven Singletrails abgewechselt. Genau mein Lieblingsrevier, Steine, kleine An- und Abstiege, Bäche, Unebenheiten, hier lacht mein Laufherz. Und hier merkt man auch, wer solche Wege gewohnt ist… Hier gibt es für mich nur den Weg und die volle Konzentration, ein richtig geiles Gefühl…

Und wenn dann nach einem richtig steilen Anstieg auf einmal fast blauer Himmel und schneebeckte Berge auftauchen, dann weiß ich, warum ich diesen Lauf liebe

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Oben wird es dann etwas steiniger und immer wieder kleinere Schlangen bei den Anstiegen – schauen aber wesentlich schlimmer aus als sie tatsächlich sind

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Kilometer 10 – Kilometer 12 sind fast eben und sehr steinig

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Auch hier ist ein konzentriertes und aufmerksames Laufen notwendig

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Hier kann man das Ziel nicht nur schon sehen, sondern auch sehr gut schon hören

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Allerdings fehlt noch der Höhepunkt des Laufes: Auf den letzten 930 Metern müssen 250 Höhenmeter überwunden werden – angeblich auf 500 Stufen, ich habe sie nicht gezählt

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Ja, das Ding ist steil…

Zum Glück feuert der Sprecher im Ziel mit dem unzähligen Zaungästen die Läuferinnen und Läufer auf den letzten 500 Meter ordentlich an

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Begrüßt wurde ich beim Zieleinlauf mit den Worten: “Schau, der läuft in Sandalen. Kann man machen, muß man aber nicht”

Weil diesmal habe ich natürlich meine Chalas Evo XRD gewählt

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Grundsätzlich auf diesem Lauf die perfekte Wahl, sowohl Bergauf als auch auf den selektiven Single Trails habe ich mich sicher und gut gefühlt damit. Zwischendurch war es mal kurz schlammig, hier habe ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, auf die Fivefinger zu wechseln, weil der Schuh dann zu rutschig wird für diese Trails. Zum Glück war ein paar hundert Meter weiter ein Bach quer über den Weg, wo ich dei Füße waschen konnte.

Und kurzzeitig war die rechte Sandale plötzlich locker – das muss ich mir näher ansehen, war aber kein Problem.

Allerdings bin ich noch nie so oft wegen meinen Schuhen angesprochen worden wie auf diesem Lauf. Liegt sicher daran, das durch die Anstiege die Füße wesentlich besser im Blickfeld sind. Die Kommentare haben von “Na, hast eine Wette verloren” zum obligaten “Kann man damit laufen ?” (Nein, natürlich nicht) bis hin zu einigen “Respekt – super Sache”

FlipFlops hat zum Glück keiner gesagt Zwinkerndes Smiley

 

Fazit:

Grundsätzlich Wiederholungsgefahr. Allerdings muss man sich für den Lauf früh anmelden, weil die Plätze schnell vergeben sind.

Allerdings habe ich heuer bei der An- und Abfahrt ernsthafte Zweifel gehabt, ob sich das auszahlt von Wien… Aber ein wenig Zeit zum Überlegen habe ich ja noch.

 

Veröffentlicht in Laufstrecke

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